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Humboldt-ProMINT-Kolleg

Humboldt-Universität zu Berlin | Humboldt-ProMINT-Kolleg | Kollegiat_innen | Translationsprozesse bei chemischen Repräsentationen

Translationsprozesse bei chemischen Repräsentationen


Chemische Prozesse sind weitgehend nur auf molekularer Ebene zu erklären und somit nicht direkt beobachtbar. Daher sind externe Repräsentationen essentiell, um Phänomene, Zusammenhänge und Prozesse zu beschreiben, zu erklären und für den wissenschaftlichen Diskurs verfügbar zu machen. Für die Chemie sind symbolische und teilchenhafte Darstellungen von chemischen Sachverhalten die vorherrschenden Repräsentationsformen, wenn es um das Erschließen oder Kommunizieren von Inhalten geht. Darüber hinaus nehmen mit den zunehmenden technischen Möglichkeiten neben zweidimensionalen Darstellungen auch dreidimensionale Repräsentationen - statische und animierte - zu. Umso bedeutender ist es, dass Schülerinnen und Schüler in der Lage sind zwischen verschiedenen Repräsentationsformen zu wechseln. Diese Translationsfähigkeit, also die Fähigkeit verschiedene externe Repräsentationen ineinander zu übersetzen, ist entscheidend für die Entwicklung eines grundlegenden Verständnisses von chemischen Phänomenen und Zusammenhängen. Sie  scheint zugleich eine bedeutende Rolle für das Lösen von Problemen zu spielen und ist unter anderem in der kognitiven Flexibilität, also der Fähigkeit zur Auswahl einer geeigneten Repräsentation für die entsprechende Situation begründet. Die kognitive Flexibilität wird durch die funktionale Fixierung, also dem alleinigen Zuweisen eines oder sehr weniger Merkmale oder Situationen zu einer Entität erschwert. Damit bleiben die Repräsentationen isoliert und nur für die jeweilige Situation anwendbar. Eine Anwendung in einer andersartigen Situation als der ursprünglichen ist im Unterricht nur sehr selten beobachtbar. Welche Faktoren im Detail die Translationsfähigkeit bestimmen, ist bislang kaum untersucht. In diesem Forschungsvorhaben wird quantitativ für die Sekundarstufe II untersucht, welche kognitiven Faktoren mit der Translationsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern in Zusammenhang stehen und inwiefern strukturelle Merkmale der Repräsentationen die inter- und intrarepräsentative Translationsdistanz bestimmen. 

 


weitere Informationen: www.tiemannlab.de